Ich bin innerlich so zerrissen. Ich weiß nicht was ich fühle.
Ich weiß nicht ob ich mich selbst mag?
Manchmal, da sehe ich mich an und denke, eigentlich bin ich froh mit dem was aus mir geworden ist. Eigentlich müsste ich tot sein. Ich war aber stark und habe es geschafft zu überleben und ich bin heute hier. Und ich mag die Person, die ich geworden bin. Ich sehe mir meine Freunde an, die ich vor allem im letzten Jahr gefunden habe (und das war das erste Mal dass ich wirklich selbst aussuchen konnte mit wem ich befreundet sein möchte) und bin so stolz.
Ich habe so tolle Menschen um mich herum. Und wenn ich nicht auch irgendwo irgendwie was gutes an mir hätte, wäre ich bestimmt nicht von so vielen guten Menschen umgeben.
Und manchmal, dann kommen die Zweifel. Und manchmal wird immer öfter. Wenn ich mich nicht melden würde, würde sich dann jemand bei mir melden ?
Bedeute ich ihnen wirklich was?
Ich bin neu in der Gruppe. Würde ich fehlen, würde es jemanden stören?
Als ich verkündet habe, dass ich nach Berlin gehe, da waren viele wütend auf mich oder traurig.
Aber hätte ich mich hier geliebter gefühlt wäre ich ja geblieben. Ich hoffe einfach dass ich in Berlin Menschen finde die ich mich lieben. Oder dass ich mich zumindest geliebter fühle.
Das sind so kleine Dinge, ich denke andauernd an meine Freunde. Ich sehe abends den Sternenhimmel und denke an Erik und Robin, die leidenschaftliche Sternengucker sind. Ich sehe jemanden mit einer grünen Baseballkappe und denke an Simon, der seine grüne Kappe nur auf Hip Hop Partys trägt.
Ich sehe Zwillinge und denke sofort an Verenice und Julia und an ihren 30sten Geburtstag und frage mich was sie gerade machen (bestimmt Bier trinken).
Aber denken diese Leute auch so an mich?
Ich denke nicht.
Vielleicht wissen sie auch einfach nicht, wie wichtig sie mir sind. Ich kann sowas ja auch immer nur sehr schwer, oder gar nicht, verbalisieren. Ich kann es genau genommen überhaupt nicht verbalisieren. Ich spreche nicht über meine Gefühle, nie, mit niemandem. Ich habe mich einer Person geöffnet und die hat alles "gegen mich" verwendet um das zu bekommen was er wollte.
Ich öffne mein Herz nicht. Ich kann auch niemanden anfassen. Ich kann niemandem die Schulter klopfen. Körperkontakt unter Freunden, das ist für mich etwas vollkommen abstrakes und unverständliches.
Vielleicht bin ich für die Menschen einfach nur jemand der kurz ihr Leben berührt. Jemand, der kurzweilig in der gleichen Stadt gewohnt hat, bevor er weiter gezogen ist.
Vielleicht vergessen sie mich einfach.
Ich war kurz da, und habe gestrahlt, und dann gerate ich wieder in Vergessenheit. Wie eine Sternschnuppe. Ich will aber die Sonne sein.
Wenn ich an Weihnachten hierher zurück komme ,für 1,2 Wochen, da wird mich bestimmt niemand fragen ob ich was unternehmen möchte. Weil niemand an mich denkt, wenn ich nicht da bin.
Wenn ich schön wäre, wäre das anders. Wenn ich nicht nur die lustige, fette Freundin wäre. Ich bin wie der Sidekick in einem Film. Ich bin wie Fat Amy in Pitch Perfect.
Ich bin irgendwie die lustigste und immer dabei, aber ob ich da bin oder nicht macht keinen Unterschied in der Handlung.
Und das macht mich so traurig und wütend. Ich bin der Sidekick in dem Film über mein eigenes Leben. Nicht schlank genug für die Hauptrolle.
Deswegen der lustige Sidekick.
Ich hasse es der Sidekick zu sein.
Zieh dich selbst nicht so runter. Du bist gut wie du bist, natürlich kann ich verstehen, dass du denkst, wenn du dünner bist, du von den menschen geschätzt wirst. Aber ob du nun 20 kg mehr oder weniger drauf hast, ändert doch nichts an deinem Charakter, an der, die du bist.
AntwortenLöschenIch bin mir sicher, dass auch andere Menschen an Dich denken, auch wenn es schwer ist das zu glauben..
Liebe grüße,
Vanille ♡
Wow, vielen lieben Dank für deinen Kommentar <3.
AntwortenLöschenDu isst unter 800 Kalorien?
Oh je, da bist du in deinem Dilemma.
Es tut mir leid, dass deine Situation so verfahren ist und auch dein Text klingt sehr traurig, aber ebensogut kann ich deine Gedanken total nachvollziehen.
Was dein Essverhalten angeht kann ich dich auch vollkommen verstehen, bei mir war es nicht anders. Entweder es war zu wenig oder gar nichts am Tag oder es war zu viel.
Ich muss dir leider sagen, dass ich es ohne Klinik nicht so weit geschafft hätte. Ich steckte in ziemlich der selben Situation wie du jetzt und ich hätte es ohne Klinik nicht aus diesem Muster raus geschafft.
Deswegen kann ich dir auch keine richtigen Tipps geben, denn ich brauchte stark die Kontrolle und den Druck von außen. Jetzt habe ich verstanden, dass man nur abnehmen kann, wenn man gesug isst und dass man sehr dünn sein kann und trotzdem essen kann.
Wie lange bist du denn schon essgestört und warst du schon mal in einer klinik?
Ich wünsche dir nur das Beste und folge dir auch mal.
Lauri <3
Hey,
AntwortenLöschenTut mir leid, dass ich erst so spät antworte.
Die Zitate sind ja cool und wirklich treffend!
Deine Gedanken kommen mir auch sehr bekannt vor.
Allerdings sollten Freunde nicht aufs Aussehen achten und das Gewicht hat sicher nichts mit deiner Beliebtheit zu tun.
Ich finde deinen Blogtitel übrigens total cool :-) Ich lese mich jetzt mal ein bisschen ein
Alles Liebe
Natürlich sollte man nicht aufs Aussehen achten... ich mache so etwas ja auch nicht. Aber vielleicht sehen andere Leute sowas anders, unterbewusst.
LöschenDer Blogtitel ist geklaut, von einem unheimlich guten (leider toten) deutschen Rapper, NMZS, der Song heißt "Rap Darwinismus" und ist auf jedenfall ein Reinhören wert. Wenn man Rap mag.